Musikjugend Hesselbach

7.February 2012
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Unser Dorf:
 
Hesselbach
Hesselbach stellt sich vor:

Unser Ort Hesselbach bildet zusammen mit den Dörfern Ebertshausen, Hoppachshof, Madenhausen, Ottenhausen, Thomashof, Üchtelhausen, Weipoltshausen und Zell die Einheitsgemeinde Üchtelhausen. Unsere Gemeinde befindet sich im Regierungsbezirk Unterfranken des Freistaat Bayern in der Bundesrepublik Deutschland. Wir liegen auf 375 m über dem Meeresspiegel und sind damit eines der höchstgelegenen Dörfer im Landkreis Schweinfurt.

 

 
So finden Sie nach Hesselbach:

In Hesselbach leben etwa 900 Einwohner. Wir haben zwar keinen Flughafen oder eine Schnellbahnanbindung, sind aber mit dem eigenen Fahrzeug sehr gut zu erreichen. Von Schweinfurt aus fahren Sie über die Staatstraße 2280, die Deutschhöferstraße, in Richtung Bad Königshofen. Nach etwa 10 km erreichen SIe den Ortsteil Thomashof. Hier biegen Sie rechts ab und erreichen nach 2 km unseren Ort Hesselbach.

 

 
Aus der Hesselbacher Ortschronik:

Hesselbach, mundartlich “Häislboch“ genannt, gibt einem riesigen Waldgebiet seinen Namen: “Das Hesselbacher Waldland“. Das Dorf zählt zu einem der am höchsten gelegenen Orte (375m) des Landkreises Schweinfurt. In neuerer Zeit wird diese Gegend wegen der rauhen, oft stürmischen Winde, auch “Schweinfurter Rhön“ genannt. Die Hesselbacher Gemarkung hat eine Fläche von 1274 Hektar, ein Großteil davon ist mit Wald bedeckt. Bis zur Gemeindegebietsreform am 01.05.1978 bildete Hesselbach zusammen mit seinen Weilern Hoppachshof und Ottenhausen eine selbstständige Gemeinde. Besiedelt ist das Gebiet wohl schon seit der Mittelsteinzeit (ca. 4500 v. Chr.), worauf Funde von Mikrolithen an einigen Stellen der Hesselbacher Flur hindeuten. Auch aus der Bronzezeit.
(ca. bis 1200 v. Chr.) stammen Funde aus Gräbern. Die Hügelgräber im Eichholz deuten auf eine wohl schon sesshafte Bevölkerung in der Hallstattzeit (bis ca. 400 v. Chr.) hin. Zum Ende der Völkerwanderung (750 n. Chr.) wurde Franken dann wohl endgültig besiedelt. Einige Orte in der Hesselbacher Umgebung wurden in dieser Zeit auch schon urkundlich erwähnt.

Im hohen Mittelalter herrschten im nördlichen Franken die Henneberger. Die erste nachweisbare, gesicherte urkundliche Erwähnung Hesselbachs stammt aus dem Jahr 1244. Otto von Bodenlauben übergibt mehrere Orte u. a. auch Hesselbach an das von ihm im Jahre 1231 gegründete Kloster Frauenroth. Am 01.08.1479 kauft Graf Wilhelm von Henneberg-Schleusingen den Ort wieder zurück. 1542 fällt das Hennebergische Amt Mainberg an den Fürstbischof von Würzburg. Dessen Schicksal teilte der Ort durch mehrere Jahrhunderte bis zur Säkularisation (Enteignung des Kirchengutes) im Jahre 1803. Hesselbachs Bauern beteiligten sich 1525 am Bauernkrieg. Im 30 jährigen Krieg wurde Hesselbach, ebenfalls wie die umliegenden Ortschaften, schwer verwüstet. Hatte Hesselbach 1630 noch fast 200 Einwohner, so flohen diese beim Schwedeneinfall 1631 fast alle. Nach der Einnahme der Stadt Schweinfurt durch den Schwedenkönig Gustav Adolf, der vom 10./11.10.1631 in Madenhausen übernachtete, schenkte dieser die Orte Hesselbach und Üchtelhausen der Stadt. Diese förderte in den geschenkten Dörfern die evangelische Lehre. Durch den Westfälischen Frieden 1648 kam Hesselbach wieder zum Hochstift Würzburg, Amt Mainberg, und wurde wieder katholisch.

1770 wurde Hesselbach von der Pfarrei Ebertshausen abgetrennt und wurde eigene Pfarrei. Nach mehreren Anläufen, die insbesondere durch die Koalitions und Befreiungskriege zunichte gemacht wurden, konnte schließlich 1860 die neue Pfarrkirche, anstelle des alten Kirchleins aus dem 15. Jahrhundert erbaut werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren in Hesselbach bis weit ins 20. Jahrhun­dert denkbar schlecht. Pfarrer Sturm, erster Pfarrer von Hesselbach, berichtete am 12.09.1787 an seine geistliche Behörde: “Als er (vor 18 Jahren) die Pfarrei übernahm, lag die Markung halb öde und unangebaut. Haufenweise gingen die Pfarrkinder zum Betteln aus, eine Ausschatzung um die andere wird ausgeschrieben“

Insbesondere der reiche Wildbestand in den riesigen angrenzenden fürstbischöflichen Wäldern verursachte großen Schaden auf den Fluren. Die Hesselbacher lebten insbesondere von der Landwirtschaft und vom Wald. Der größtenteils schlechte Boden und das für die Höhenlage rauhe Klima wirkten sich auf die Landwirtschaft sehr nachteilig aus. Hesselbach war früher ein reines Bauerndorf mit ca. 60 landwirtschaftlichen Betrieben. Da auch die letzten Vollerwerbsbetriebe in absehbarer Zeit ihre Pforten schließen müssen, werden nur noch wenige Nebenerwerbsbetriebe und einige Hobbybauern ( „Mondscheinbauern“) übrig bleiben. Der größte “Reichtum“ der Hesselbacher stellte der ca. 180 ha große Gemeindewald dar. Dieser wurde von den 56 Rechtlern des Ortes bis 1934 selbst bewirtschaftet. Die Holznutzung erfolgte ausschließlich durch die Rechtler, wobei Nutzholz nach Maßgabe des Bauholzbedarfs und zur Kostendeckung der Waldbewirtschaftung geschlagen wurde. Sämtliche anfallenden Arbeiten wurden von den Rechtlern gemeinsam unentgeltlich ausgeführt. Es bestand ein Bauholzrecht (z.B. Wohnhausbau 38 fm Holz) und ein Brennholzrecht. Die Rechtler waren dafür mit Gegenleistungen belastet: z. B. Erstellung und Unterhaltung der Ortsstraßen, Bestreitung der Ausgaben für öffentliche Gebäude. 1974 bis 1976 wurden die Gemeinderechte abgelöst. Die verbliebenen 53 Rechtler gründeten eine Waldgenossenschaft. In früheren Jahrhunderten diente der Wald außerdem noch als Nahrungsgrundlage für die Nutztiere: z. B. Austrieb der Schweine bei Eichelmast, Weidenutzung für Schafe und Rinder.

1803 wurde Hesselbach schließlich bayerisch. Fürstbischof Karl von Fechenbach dankte am 15.01.1803 als Landesherr ab. Während der Napoleonischen Kriege von 1806 bis 1814 wurde das damalige Großherzogtum Würzburg dem Großherzog vom Toscana, Ferdinand von Habsburg, überlassen. Am 03.06.18 14 kam es schließlich endgültig zum Königreich Bayern. 1819 wurde das Landgericht (ehemalige Amt) von Mainberg nach Schweinfurt verlegt. Dessen Schicksal teilt es nun über die Deutsche Einigung 1870/71, dem 1. und 2. Weltkrieg bis in unsere bewegte Zeit. Ein Kindergarten (Kinderbewahranstalt) wurde in Hesselbach schon während des 1. Weltkrieges 1916 eingerichtet. Am 01.05 1978 erfolgte der Zusammenschluß der Gemeinden Hesselbach, Ebertshausen, Madenhausen, Üchtelhausen, Weipoltshausen und Zell zur Einheitsgemeinde Üchtelhausen. Zum Rathaus der neuen Gemeinde wurde 1983 die 1902 erbaute ehemalige Schule in Hesselbach. Erster Bürgermeister der neuen Gemeinde Üchtelhausen war von 1978 bis 1996 der Hesselbacher Walter Bötsch. Seit 1996 ist Klaus Katzenberger aus Weipoltshausen 1. Bürgermeister der Gemeinde. Seit dem Niedergang der Landwirtschaft ist Hesselbach eine reine Wohngemeinde mit 930 Einwohnern. Im Dorf selbst gibt es einige klein- und mittelständische Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Der überwiegende Teil der Bevölkerung arbeitet in Schweinfurt. Das kulturelle Leben bereichern 14 Vereine und Organisationen. Diese Vielfalt macht den besonderen Hesselbacher Flair aus. Den letzten Höhepunkt der Ortsgeschichte stellte das von der ganzen Dorfgemeinschaft ausgerichtete Fest zur 750-Jahrfeier im Jahre 1994 dar.

Harald Häusinger